Bandscheibenvorfall – Und wieder ist er da, dieser unaussprechliche Schmerz

von mama-admin
Bandscheibenvorfall – Und wieder ist er da, dieser unaussprechliche Schmerz

Ich liege da und starre auf unsere Schlafzimmerdecke, Angst vor jeder Bewegung. An Aufstehen ist gar nicht zu denken – Gehen – ein Wort das mir gerade sehr befremdlich vorkommt. Plötzlich, wie aus heiterem Himmel fährt ein Blitz durch meine Wirbelsäule, ein Schmerz der unbeschreiblich ist. Doch eines kann ich verraten, ich habe zwei Kinder zur Welt gebracht, doch das alles tat bei weitem nicht so weh. Ich, immer noch im Bett liegend, frage mich – Was habe ich getan?

Was vorher geschah

Ungefähr im August 2016 sprang ich auf das Fischerboot eines Freundes – das klingt ja noch nicht sehr aufregend, werdet ihr denken – Doch beim Auftreten am Boot, war es als ob mir jemand meinen Ischias-Nerv im linken Bein spannte und wieder losließ. Gefolgt wurde das Ganze von einem Kribbeln im ganzen Bein, im Anschluss kam das Taubheitsgefühl. Dabei habe ich mir eigentlich nichts weiter gedacht, schließlich habe ich mich ja auf die Angeltour gefreut. Nach zirka 2 Stunden hörte das ganze Tamtam wieder auf. Die nächsten Tage und Wochen verliefen eigentlich völlig normal. Irgendwann waren meine Tage begleitet von Kreuzschmerzen – hat doch jeder mal – war mein Gedanke.

Leider hörten diese Schmerzen nicht mehr auf und wurden immer schlimmer. Ich habe mir natürlich noch immer nichts dabei gedacht. Warum auch – ich bin ja immer gesund –

Jegliche Art von Wärme nahm mir einen Teil der Schmerzen. So waren meine neuen besten Freunde, Wärmeflasche, Heilerdekissen und meine geliebte Sitzheizung im Auto.

Zirka Mitte Jänner dieses Jahres, machte ich mich in der Nacht, wie sooft auch auf, um meinen aufgewachten Sohn zu beruhigen. Im gehen plötzlich dieser Stich in meine Wirbelsäule, der mich sogar in die Knie zwingt. Ich, natürlich voller Tatendrang, stand auf und beruhigte den Kleinen. Auf dem Weg zurück verließen mich meine Beine und ich lag am Boden. Mein Freund war sofort zur Stelle und ermahnte mich natürlich wie schon sooft davor auch, dass ich endlich zum Arzt gehen soll.

Meine Antwortdarauf – ach, das geht schon – Ha ha … Am nächsten Tag dann, war an aufstehen gar nicht zu denken, ich kam nicht auf. Jeglicher Versuch scheiterte. Am darauffolgenden Tag ging ich schließlich zum Arzt. Irgendwann wird ja jeder klüger.

Auf geht es zum Arzt

So, endlich im Wartezimmer angekommen. Ich holte mir eine Zeitschrift und blättere darin, mein Sohn spielte derweil in der Spielecke und mein Freund tippt am Handy rum. Was geht mir durch den Kopf? Uh heute ist aber kalt draußen und was werde ich heute kochen – etwas sinnvolleres war es nicht – Mir kam nicht mal im Traum der Gedanke, dass es etwas schlimmeres sein könnte. Da wurde auch schon mein Name aufgerufen. Ich erkläre den Arzt also meine Beschwerden, seine Antwort darauf – sie haben sich ihr Kreuz verkühlt. Eine logische Erklärung, zumindest zu dieser Zeit.

3 Tage später – immer noch keine Besserung

Und wieder sitze ich beim Arzt. Dieser erklärt mir erneut, dass ich mir das Kreuz verkühlt habe und verschreibt mir andere Medikamente – zuhause angekommen fühle ich mich schon ein wenig veräppelt, aber OK, ist ja ein Arzt.

Eine Woche später – immer noch keine Besserung

Und täglich grüßt das Murmeltier. Das Wartezimmer ist schon fast mein Wohnzimmer geworden. Diesmal sieht mich der Arzt mit großen Augen an, als ich ihm erzähle, dass die Medikamente nicht helfen. Er überweist mich zu einem Chiropraktiker und verschreibt mir noch eine Creme für mein Kreuz.

Endlich ist der Termin beim Chiropraktiker da, was ich da eigentlich soll, wusste ich nicht, aber ok er will mir ja vermutlich nur helfen. Er untersuchte mich und fragte nach meinen Vorbeschwerden und gab mir sofort eine Überweisung für ein CT, weil er vermutete, dass ich einen Bandscheibenvorfall habe. Da saß ich also, mit diesem Wort, hergeworfen wie eine Zeitung. Am Empfang bekam ich die Überweisung, sowie einen Therapieplan von zweieinhalb Wochen. Am darauffolgenden Tag starteten meine Therapien – Wirbelsäulenstreckung, Heilerdepackung und Reizstrom und das 10 Tage lang immer an 4 Tagen in der Woche.

Gott sei Dank konnte mein Freund seine Arbeit noch etwas hinausschieben, damit ich die Zeit überhaupt hatte, an solchen Therapien teilzunehmen. Mit 2 Kindern im Schlepptau wäre es nicht machbar gewesen.

Diagnose Bandscheibenvorfall

Der Tag meines CT-Termins ist also da. Ich wartete gespannt, bis die Assistentin meinen Namen aufruft. Sie brachte mich in eine Umkleidekabine, von da aus es in den CT-Raum ging. Voller Schmerzen legte ich mich auf die Liege und das Ding fing an umher zu kreisen. Nach 5 min. war der ganze Spuck vorbei. Den Befund kann ich dann eine Woche später abholen. Eine Woche später also gehe ich meinen Befund abholen. Eine Erklärung oder was auch immer, war leider Fehlanzeige. Am nächsten Tag gebe ich den Befund beim Chiropraktiker ab. Auch hier wurde mir nichts erklärt oder etwas anderes mitgeteilt. Am letzten Tag der Therapie wurde ich dann zum Chiropraktiker gerufen, dieser teilte mir sehr kompetent und außerst freundlich folgendes mit: „Ja, sie haben einen Bandscheibenvorfall. Ich dann: Ok und was kann ich tun?. Vermeiden Sie einfach schweres heben.

Einfach war in dieser Situation rein gar nichts. Nach diesem Gespräch blieben ja natürlich keine Fragen mehr offen. – oder?

Mit dieser Information fuhr ich also nach Hause. Ich darf nicht schwer heben. So ein Blödsinn und für sowas renne ich Tage lang zu einem Chiropraktiker. Meine Schmerzen wurden nicht besser, bei jedem Besuch beim Arzt um mir Schmerzmittel verschreiben zu lassen wurde ich belächelt. Ich habe Übungen zum Muskelaufbau gemacht, es gab schlechte und gute Tage.

Auf Anraten einer Bekannten ging ich zur Ambulanz der orthopädischen Abteilung. Dieser Tag war wieder ein schlechter Tag, so dass der Arzt das ganze Ausmaß sehen konnte. Er sah sich meinen Befund an und sah mich anschließend mit großen Augen an. Er teilte mir mit, dass ich keinen leichten Bandscheibenvorfall hatte sondern einen schweren und das der Fall auch schon akut wäre. Auf der einen Seite war ich erleichtert, da ich endlich wusste was genau ich hatte. Auf der anderen wiederum Erschrocken. Er nahm mich stationär auf und wollte mich eine Woche im Krankenhaus behalten. Diese eine Woche ist kurz erklärt. Ich hatte am Tag insgesamt eine Dreiviertelstunde Therapien, der Rest war Freizeit. Ich nutzte die Zeit um ein Buch zu lesen, in Ruhe. Mein Freund war derweil Hausmann, was er bravourös meisterte. Diese eine Woche hat mir leider auch nicht sehr viel gebracht, da das Schmerzmittel, das ich täglich bekommen habe leider auch nicht geholfen hatte. Die täglich wechselnden Oberärzte waren sichtlich genervt. Am Freitag ging ich dann nach Hause, da ich keinen Sinn daran sah meinen Aufenthalt zu verlängern.

Geheimtipp

Meine Mutter hat mich dann irgendwann angerufen und mir ein „Geheimrezept“ zur Schmerzlinderung gesagt. Man nehme 1 Staude Basilikum und schneidet diese grob zusammen dies gibt man in ein verschließbares Glasgefäß zusammen mit einem Liter Korn. Das ganze lässt man 1 Monat ruhen und fertig ist das selbstgemachte Schmerzmittel. Basilikum wirkt ja bekanntlich entzündungshemmend und schmerzlindernd. Dieses Mittel hat mir mehr geholfen, als jedes andere Medikament.

Da war ich also wieder zu Hause. Die nächsten Tage, Wochen und Monate verbrachte ich sehr schonend ohne viel Anstrengung. 4 Monate ging es mir wirklich gut. Doch jetzt vor einigen Tagen kam der Schmerz wieder, allerdings im anderen Bein. Dieser Tag war der Horror. Am Morgen stand ich auf und konnte meine Beine kaum heben. Ich gab meiner Tochter Frühstück, bevor sie den Weg zur Schule antrat. Schnell kroch ich wieder ins Bett. Gott sein Dank wollte Söhnchen noch schlafen. Als er wach wurde, war es dann schon komplizierter. Wie sollte ich aufstehen? Ich kam nicht auf. Irgendwie schaffte ich es, diesen Tag zu überleben, auf allen vieren kroch ich in die Küche um meinen Sohn etwas zum Frühstücken zu machen. So verlief eigentlich der gesamte Tag.

Wie mache ich weiter?

Wenn ich ehrlich bin, ich habe keine Ahnung. Ich therapiere mich selbst mit Wärmepackungen und leichten Übungen für den Rücken. In der Hoffnung das es hilft. Wenn nicht, wird mir nichts anderes übrig bleiben, mich einer Neurochirurgischen Untersuchung zu unterziehen. Jeglicher gut gemeinte Rat, von noch mehr konservativen Methoden ist zwar wirklich nett gemeint. Nur in dieser Situation, mit diesen Schmerzen, die will keiner wirklich lange ertragen müssen und nicht noch länger auf sich herum experimentieren lassen. Man will ja auch wieder so schnell wie möglich wieder mobil sein, dass man sich im richtigen Ausmaß um seine Lieben kümmern kann.

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